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Wunderbares ‘respectively’

Dieses am Satzende angehängte ‘respectively’ ist eine wunderbare Möglichkeit, um zwei Substantive (Patienten, Versuchsgruppen etc.) mit den dazugehörigen Adjektiven, Beschreibungen oder Messergebnissen zu verbinden – und das in einem einzigen kurzen Satz.

Scientific Writing: Zwei Patienten und zwei Werte in einem Satz

Angenommen, die Blutproben von zwei Patienten wurden untersucht:

  • The mean xy blood concentration in patient A and patient B was 15 and 21 ng/ml, respectively.

Durch dieses ‚respectively‘ am Satzende ist es eindeutig: Patient A hatte 15 ng/ml. Patient B hatte 21 ng/ml. Wunderbar. Nur: Sobald der Leser auf ‚respectively‘ am Satzende stößt, muss er den Satz unter Umständen ein zweites Mal lesen, um die Werte mit den entsprechenden Patienten richtig zu verknüpfen.

Bei diesem kurzen Beispielsatz wird das nicht passieren, bei einem längeren Satz vielleicht schon. Das darf man seinem Leser schon zumuten — aber bitte nicht zu oft. An der ein oder anderen Stelle des Papers würde ich es daher durch eine andere Formulierung ersetzen:

  • The mean xy blood concentration was 15 ng/ml (patient A) and 21 ng/ml (patient B).

Respectively heisst nicht „bzw.“

Eine Warnung zum Schluss: ‘Respectively’ wird im Scientific English nur für den eben beschriebenen Sachverhalt eingesetzt. In keinem Fall ist es eine angemessene Übersetzung für unser deutsches „beziehungsweise“, auch wenn online-Wörterbücher etwas anderes sagen.

  • Die Umfrage fand 2001 bzw. 2005 statt.

The survey took place in 2001 and 2005, respectively’ wäre schlichtweg falsch. Es heißt einfach:

  • The survey took place in 2001 and 2005.

So viel zu „respectively“ …

… Lust auf weitere Small Words des Scientific English?

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