Forschen . schreiben . publizieren – Praxisnahe Bücher zum wissenschaftlichen Schreiben

in vitro vs. in-vitro

Wenn man sich das Leben so richtig schwer machen will, dann beschäftigt man sich mit der Frage, ob „in vivo“ bzw. „in vitro“ kursiv und/oder mit Bindestrich geschrieben werden müssen.

In meinen Workshops tauchen diese Fragen regelmäßig auf – vor allem bei Studierenden, die sich beim wissenschaftlichen Schreiben noch etwas unsicher fühlen und daher nach Regeln lechzen.

‚In-vitro‘ im wissenschaftlichen Schreiben – Regeln?

Für Euch die schlechte Nachricht: Es gibt „Regeln“ – aber für jede einzelne dieser Schreibweisen. Der National Center for Biotechnology Information Style Guide (Pubmed-Link) verlangt zum Beispiel die kursive Schreibweise, das Chicago Manual of Style (Wkipedia) dagegen die nicht-kursive.

Ähnlich verhält es sich mit der Frage, ob man „in“ und „vitro“ bzw. „vivo“ mit einem Bindestrich verkuppeln muss. Auch hier: Viele Regeln bzw. keine Regel. Bei „has recently been demonstrated in in-vivo investigations“ würde ich einen Bindestrich setzen wegen der beiden aufeinander folgenden „in“s. Bei „In vivo analyses showed that“ oder „was demonstrated in vitro“ spare ich mir den Bindestrich.

  • …has recently been demonstrated in in-vivo investigations…
  • …was demonstrated in vivo

‚In vitro‘ beim Scientific Writing – ganz so, wie man will?

Also, was ist die Message? Wenn es doch klare Regeln sein müssen, bitte, hier sind drei:

  1. Während des Schreibens sollten Sie sich niemals mit solchen Dingen auseinandersetzen. Das lenkt nur ab. Mithilfe der Suchen/Ersetzen-Funktion lässt sich das bequem am Ende des Schreibprozesses erledigen.
  2. Wenn Ihr Professor oder der Herausgeber Ihres Wunsch-Journals auf eine bestimmte Schreibweise besteht, dann richten Sie sich danach.
  3. Wenn Sie die Wahl haben, tun Sie was Sie wollen – aber bleiben Sie einheitlich.

Verschiedene Schreibweisen von in vitro und in vivo.

1 Kommentar

  1. Regina Grafe at |

    Alles richtig oder alles falsch? Das ist hier die Frage!
    Hamlet hatte es leichter..!
    Setzen man sich, welches man ja eigentlich gar nicht kann, mit eime Co-Editor , oder muss es Coeditor heißen, auseinander, dann wird die Unsicherheit immer unsicherer, so wie manchmal der Quatsch immer quätscher wird.
    Sollte man das nicht wirklich dem Autor überlassen?
    Wissenschaft sollte doch auch in diesen Zeiten noch etwas mit individueller „Kreativität“ und Diktion zutun haben oder nicht?
    Herzliche Grüße, der Beitrag von oben hat mir sehr geholfen.

    Emmanuelle

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