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Mit dem Bleistift gegen Schreibblockaden

Manchmal ist es zum Mäusemelken – ein Satz oder eine längere Textpassage will einfach nicht gelingen: Der Inhalt ist kompliziert, viele Details müssen berücksichtigt und in eine logische Reihenfolge gebracht werden. Also fängt man an zu schreiben, löscht den Satzanfang, schreibt einen neuen, löscht auch diesen wieder und probiert es dann ganz anders.

Wissenschaftliches Schreiben: Der Weg in die Schreibblockade

Der Satz ist mehrfach umgeschrieben, klingt aber immer noch komisch? Schnell drückt man auf „delete“, damit man dieses Satzungeheuer nicht länger sehen muss. Und so geht es weiter: Man schreibt und löscht und schreibt und löscht. Nach einer halben Stunde wissenschaftliches Schreiben ist der Bildschirm immer noch leer und man fühlt sich vollständig blockiert: Die Gedanken kreisen im Kopf. Dazu gesellt sich das schlechte Gewissen, weil man schon wieder nichts zu Papier gebracht hat – Schreibblockade.

Wissenschaftliches Schreiben: Der Weg aus der Schreibblockade

Mir hilft an dieser Stelle der Bleistift: Schwierige Passagen, die einfach nicht gelingen wollen, verfasse ich handschriftlich – das übereilte Löschen wird damit vermieden und ich bin gezwungen, mich genauer mit dem Text zu beschäftigen.

Einen schwierigen Satz handschriftlich zu verfassen, schützt vor der Schreibblockade.Ich ziehe Linien zwischen einzelnen Worten, zeichne Pfeile, Kästchen und Kreise, ergänze Formulierungen in einer Mini-Kleinschrift, unterstreiche einzelne Worte, andere streiche ich durch. So visualisiere ich den Inhalt und teste verschiedene Vairanten.

Während dieses „Herumkritzelns“ passiert dann folgendes: Die Zusammenhänge werden mit einem Mal deutlich, die richtige Wortstellung und der passende Satzbau sind plötzlich klar. Wie von Zauberhand entsteht vor meinen Augen der fertige Text, den ich dann nur noch abtippen muss. Schreibblockade vermieden. Wissenschaftliches Schreiben muss nicht im Wahnsinn enden.

By the way Wahnsinn: Wer jemanden mit Schreibblockade sehen möchte bzw. erfahren möchte, wie andere Autoren damit umgehen, der sehe sich folgende Filme an:

1 Kommentar

  1. Juliane Schreier at |

    „Also fängt man an zu schreiben, löscht den Satzanfang, schreibt einen neuen, löscht auch diesen wieder und probiert es dann ganz anders.“ – Genau so ist es! Nur die Zeit hält sich nicht an die Blockade und läuft einfach weiter. Der Trick mit dem Bleistift ist gut. Ich glaube, dass er besonders dann gut funktioniert, wenn einem der Inhalt nicht zu hundert Prozent klar ist. Durch das Gekritzel setzt man sich intensiver damit auseinander und erkennt vielleicht schneller, welche Informationen einem noch fehlen.

    Es gibt aber natürlich auch Schreibblockaden anderer Ursache. Solche, bei denen einem der Inhalt des zu schreibenden Textes keine Schwierigkeiten bereitet, aber es trotzdem einfach nicht klappen will. In diesen Fällen hilft es mir, den Störfaktor zu erkennen und zu beseitigen – oder zumindest zu reduzieren. Störfaktoren sind zum Beispiel klingelnde Telefone, Gespräche im Raum oder andere dringend zu erledigende Aufgaben. Auch die ganz banalen Dinge wie Durst, Hunger, Schlaf- oder Bewegungsmangel können zu Schreibblockaden führen. Ehrlich gesagt, bin ich manchmal sogar erstaunt darüber, welchen Effekt es hat, einmal aufzustehen und sich ein Glas Wasser zu gönnen. Wie durch Zauberhand ist dann plötzlich alles klar.

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