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Schreiben – nicht ohne Konzept

Ein Research Paper ohne Konzept schreiben zu wollen, ist wie eine Reise ohne Ziel zu beginnen. Der Text entsteht nur langsam, Wort für Wort und Satz für Satz, ganze Passagen müssen nachträglich verschoben, gelöscht oder ergänzt werden und ist man endlich fertig (im wahrsten Sinn des Wortes), kann es sein, dass man sein Ziel verfehlt hat.

Anfänger und Profis

Nur Schreibanfänger arbeiten ohne Plan. Profis erstellen vor Beginn eines Schreibprojektes ein Konzept: Romanautoren fassen ihre Buchidee zuerst in einem 1- bis 2-seitigen Exposé zusammen. Damit suchen sie sich einen Verlag und erst, wenn sie ihren Buchvertrag in der Tasche haben, schreiben sie ihr Manuskript. Genauso die freiberuflichen Journalisten: Erst wenn sie eine Redaktion von ihrer ‚Story‘ überzeugen konnten, verfassen sie ihren Text. AJemand, der vom Schreiben leben möchte, kann es sich nicht leisten, Zeit zu verlieren.

Auch Wissenschaftler wollen keine Zeit verlieren

Das gilt auch für Wissenschaftler, die es sich ebenfalls nicht leisten können, beim Schreiben Zeit zu verlieren. Daher sollten auch Wissenschaftler ihr Schreibprojekt mit einem Konzept beginnen, denn das Konzept legt die Story eines Papers fest. Und ein Research Paper schreiben zu wollen, ohne die Story vor Augen zu haben, ist – wie gesagt – wie eine Reise ohne Ziel zu beginnen.

Die Koordinaten dieses Ziels – die Story des Papers

Legen Sie daher die Koordinaten dieses Ziels vor Beginn Ihres Schreibprojektes fest. Diese Koordinaten – das sind die zentralen Eckpunkte Ihres Papers:

  • Hintergrund und Relevanz des Papers
  • Fragestellung des Papers
  • methodischer Ansatz
  • Ergebnisse
  • Antwort auf Ihre Frag, die wichtigsten Schlussfolgerungen

Schreiben Sie zu jedem diese Eckpunkte jeweils ein bis zwei Sätze und überprüfen Sie dann, ob die geplante Story Ihres Papers rund klingt oder ob Aspekte im Paper fehlen oder überflüssig sind.

Konzept des Schreibprojektes = Abstract des Papers

Sie haben es sicher schon gemerkt: Hintergrund, Fragestellung, Methodik, Ergebnisse und Schlussfolgerungen – das sind in einem Research Paper die Elemente des Abstracts. Das heißt: Wenn Sie ein Paper schreiben wollen, beginnen Sie mit dem Abstract. Er wird Ihnen verraten, was in das Paper hinein muss und was nicht.

In einem Artikel für das Laborjournal habe ich vor einigen Jahren dargestellt, warum es sinnvoll ist, ein Schreibprojekt mit dem Abstract zu beginnen (den Artikel finden Sie hier: „Ein Plädoyer für den Abstract: Wie schreibt man einen guten Abstract?“; Link zum Laborjournal) .

Hier noch einmal die Vorteile in Kurzform:

  • Der Abstract legt die Story fest, als Blaupause des Papers – so kann man früh kontrollieren, ob die Story rund ist.
  • Mithilfe des Konzepts (= Abstract) kann man seine Story auch mit Vorgesetzten und Co-Autoren besprechen – so kann man gleich in die richtige Richtung schreiben und vermeidet umfangreiche Korrekturen am Ende des Projektes.
  • Der Abstract hilft, ein Zieljournal auszuwählen (indem man z.B. mit Schlüsselbegriffen nach ähnlichen Publikationen sucht).
  • Der Abstract, den man zu Beginn des Schreibprojektes erstellt, ist natürlich auch die Grundlage für den finalen Abstract des Papers.

Das Konzept am Anfang – wichtig für ein erfolgreiches Paper

Manche denken, ein Konzept zu Beginn eines Schreibprojektes zu verfassen, wäre ein optionaler Arbeitsschritt. Das ist es nicht. Im Gegenteil, denn hier werden die entscheidenden Weichen gestellt. Haben Sie ein Schreibprojekt schon einmal mit dem Abstract begonnen? Probieren Sie es aus.

Das Paper-Protokoll schlägt vor, die Arbeit am Paper mit dem Abstract zu beginnen.

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In meinem Buch Das Paper Protokoll gehe ich ausführlich auf diesen ersten wichtigen Arbeitsschritt ein.

Dort erkläre ich, welche Eckpunkte die Abstracts der verschiedenen Typen von Forschungsprojekten enthalten. 

Und: Ich beschreibe, wie man es angeht, wie am besten vorgeht, um ein schlüssiges Konzept zu entwickeln, wie man es kontrolliert und wie es anschließend mit dem Paper weitergeht.

Kommentar in eigener Sache: Seit Wochen bekomme ich regelmäßig Kommentare zu diesem Beitrag. In diesen Kommentaren wird jedoch nichts anderes gemacht, als ein Medikament zu bewerben und obskure Links zu verbreiten. Werde sie natürlich nicht veröffentlichen.

An den Autor dieser Kommentare:

Dear ‚SamuelLOG‘ or whatever your name is,

maybe you didn’t notice, but this is a moderated blog and I will not publish your comments – definitely. Me and my readers are not interested in advertisements of this fancy drug you are writing about. Therefore, please stop to comment.

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