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Fig.2, Fig.3, and Tab.2 – drei auf einen Streich?

Haben Sie schon einmal einen Satz wie diesen geschrieben? Protein aggregates were found in E.coli-XY overexpressing wild-type genes of the QBB-family as well as either wild-type or mutant pga (Fig.2, Fig.3, Tab.2). Ja? Dann sollten Sie weiterlesen.

Der Verweis auf Abbildungen und Tabellen im Paper

Protein aggregates were found in E.coli-XY overexpressing wild-type genes of the QBB-family as well as either wild-type or mutant pga (Fig.2, Fig.3, Tab.2).

„Was bitte gibt es bei diesem Satz nicht zu verstehen?“, werden Sie vielleicht jetzt sagen.  Protein-Aggregate wurden in bestimmten E.coli-Stämmen gefunden, die Gene der QBB-Familie exprimierten oder das pga-Gen (Wildtyp oder Mutante). Wer das nicht glaubt, kann sich ja, bitteschön, im Paper die Abbildungen 2 und 3 sowie die Tabelle 2 ansehen.

Und hier liegt der Fehler bzw. das Verständlichkeitsproblem: Woher soll der Leser des Papers  wissen, zu welchem Befund bzw. zu welcher Aussage die Abbildungen und die Tabelle gehören? Abb. 2 zu QBB und Abb. 3 zu pga und die Tabelle womöglich zu beiden? Oder Abb. 2 zu den Wildtyp-Genen QBB und pga und Abb. 3 zu mutant pga?

Im Text eines wissenschaftlichen Artikels müssen die Verweise auf Abbildungen und Tabellen stimmen.Der Autor dieses Satz macht also folgenden Fehler: Er erwartet, dass der Leser einen Teil seiner Arbeit übernimmt, den Text der Results mit den Figures und Tables vergleicht und irgendwie richtig kombiniert, was zusammengehört. Die Kombinationsfähigkeit des Lesers wird zusätzlich auf die Probe gestellt, weil hier Abbildungen (diese würde man intuitiv einzelnen Befunden zuordnen) und eine Tabelle zusammen gewürfelt wurden (bei einer Tabelle würde man eher eine Übersicht über verschiedene Daten vermuten; könnte aber auch ein Vergleich mit Literaturdaten sein). All das macht es dem Leser schwer – vielleicht gibt er auf und sucht sich ein anderes Paper, den er lesen möchte.

Mehr Klarheit im Paper – auch bei Abbildungen und Tabellen

Klarheit und Transparenz ist nicht nur im Text wichtig, sondern auch bei den Verweisen auf Abbildungen und Tabellen!

Electron microscopy revealed protein aggregates in E.coli-XY overexpressing wild-type genes of the QBB-family (Fig.2) as well as either wild-type or mutant pga (Fig.3). Characteristics of protein aggregates are summarized in table 2.

Im Prinzip gehört in einem Paper also der Verweis auf eine Abbildung oder Tabelle immer zu der Information, zu der er gehört – und nicht einfach ans Satzende. Bei Quellenangaben gilt das Gleiche. Das habe ich das im Paper-Protokoll ausführlich beschrieben.

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