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Fünf häufige Fehler von Non-Native-Autoren

Wenn jemand Wissenschaftsenglisch im Klartext schreibt (plain language), ist es unerheblich, ob man erkennt, dass es sich bei dem Autor um einen Non-Native-Speaker handelt. Dass die ‚Message‘ ankommt – das ist die Hauptsache.

Im wissenschaftlichen Englisch gibt es aber Fehler in der Grammatik, der Wortwahl und der Rechtschreibung, die bei Non-Native-Autoren besonders oft auftreten – geradezu ein Erkennungszeichen der Nicht-Muttersprachler, der Non-Natives. Es lohnt, sich diese Fehler einmal genauer anzusehen – klar, um sie zu vermeiden. Fünf typische Fehler sind:

[1] Following statt after im Wissenschaftsenglisch

Eine echte Mode der Non-Natives: following statt after. „We analyzed the mice following the injection” ist eine echte Stilblüte, denn die Mäuse liefen nicht der Injektion hinterher (das wäre die exakte Übersetzung, da sich das Gerund (ing) auf das zuletzt genannte Hauptwort bezieht).

Vielmehr wurden die Mäuse nach der Injektion untersucht: after the injection.

Übrigens kein seltener Fehler, nicht nur im Wissenschaftsenglisch, wie ein Blick in OxfordDictionaries.com verrät (Link zu following): police are hunting for two men following a spate of robberies in the area [1]

[2] However, … oft daneben in wissenschaftlichen Texten

Einige Non-Natives benutzen „however“ im Sinne von „wie auch immer“. Das ist falsch, denn „however“ kündigt immer einen Gegensatz an. „Besides“ schreiben viele Non-Native-Autoren am Satzanfang, wenn sie ausdrücken möchten, dass nun eine zusätzliche Information folgt, die den vorausgehenden Satz ergänzt (lt. Wörterbuch zwar „außerdem“ – aber auch im Sinne von: „im Übrigen“). Richtig wäre stattdessen additionally.

Übrigens kippen manche Non-Natives das „however“ wie mit dem Salzstreuer über ihrem Text aus. Egal, ob sie es vom Sinn her richtig einsetzen oder nicht: Zu oft ist schlecht, denn es bedeutet, dass  die Argumentation sich zu oft ändert.

[3] Wissenschaftliches Englisch: Amerika versus Great Britain

Ein Non-Native-Autor ist sich oft nicht bewusst, wie sich das amerikanische vom britischen Englisch unterscheidet (eine Liste dieser Unterschiede finden Sie zum Beispiel im Paper-Protokoll). Viele Fachjournale überlassen es den Autoren und Autorinnen, sich für eine Schreibweise zu entscheiden. Eines ist jedoch wichtig: Innerhalb eines Dokumentes muss die Schreibweise stets einheitlich sein.

[4] Wissenschaftsenglisch: Unterschied zwischen der „to“ und der „ing“-Formulierung

Es gibt Verben, die verlangen eine „to“-Formulierung: „…seems to occur more often…“ Non-Native-Autor vergessen nun häufig, dass es im Wissenschaftsenglisch andere Verben gibt, die nicht diese „to“-Formulierung, sondern die„ing“-Form verlangen: „Experts recommend taking single doses…

[5] Feine Unterschiede im Wissenschaftsenglisch

Bei Non-Natives besteht gerade hier Verwechslungsgefahr: include vs. comprise.

  • Include: Die Liste ist nicht vollständig. „Risk factors include radiation and chemicals.” Es kann also noch mehr Risikofaktoren geben.
  • Comprise: „The union comprises 50 states.“ Mehr sind es nicht.

Ebenso ist vielen Non-Natives der Unterschied im Wissenschaftsenglisch zwischen „between“ und „among“ nicht klar.

  • between: Unterschied zwischen zwei oder mehr individuellen Dingen, Gruppen o.ä. (significant difference between patient 1 and patient 2)
  • among: Unterschied, wenn die Dinge Teile eines Ganzen sind (one intact bottle among the broken ones) oder nicht spezifiziert werden (differences among patients)

Wie gesagt: Es ist völlig egal, ob man Sie als Non-Native identifiziert oder nicht. Nur … korrekt müssen die Texte natürlich schon sein. 

[1] English Oxford Living Dictionaries. Following. Available: https://en.oxforddictionaries.com/definition/following. Cited: 7 August 2017.

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