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Plain Language auch für Abbildungen

Texte werden im Klartext leichter verstanden: plain laguage. Das gilt auch für wissenschaftliche Abbildungen – je einfacher und klarer sie die Geschichte erzählen, desto besser.

Was bedeutet ‚Plain Language‘ fürs wissenschaftliche Publizieren?

Plain Language im Text der Publikation

Wenn Sie eine wissenschaftliche Publikation schreiben, bedeutet Plain Language: Wenn Sie die Wahl haben, versuchen Sie immer die einfachere und kürzere Variante zu wählen – einfache Worte und kürzere Satzkonstruktionen. So wird Ihre wissenschaftliche Publikation übersichtlicher und klarer.

Plain Language bei den Abbildungen Ihrer Publikation

Genauso verhält es sich auch bei den wissenschaftlichen Abbildungen und Tabellen einer wissenschaftlichen Publikation, eines Research Papers oder einer Doktorarbeit. Einfach sollten sie sein, die Figures und Tables: Zeigen Sie daher in den Abbildungen Ihres Posters, Ihrer Präsentation oder Ihres Research Papers nur das, was sie zeigen wollen oder müssen, aber nicht mehr.

Einfache und überzeugene Darstellung eines Balkendiagramms in einer wissenschaftlichen Publikation.In der ersten Abbildung wurde das richtig gemacht: Es ist eine simple Grafik. Sie zeigt die Anzahl von Männern und Frauen, die sich vor, während und nach einer Aufklärungskampagne in einer Allgemeinpraxis vorstellten.

Einfacher Sachverhalt – einfache Grafik: Diese nüchterne Darstellung ist der allgemeine Standard in einer wissenschaftlichen Publikation.

Und in der zweiten Abbildung? Es handelt sich um den gleichen Sachverhalt, aber folgende Details lenken unsere Aufmerksamkeit von der eigentlich einfachen Information ab:

Dieses Diagramm ist unnötigerweise kompliziert. Ungeeignet für eine wissenschaftliche Publikation.[1] Die Beschriftungen der x-Achse sind nicht zentriert.

[2] Die y-Achse enthält zu viele unnötige Teilstriche, die keine zusätzliche Information beisteuern. Sind die exakten Werte wichtig, können diese im Text, in einer Tabelle oder über den jeweiligen Balken genannt werden.

[3] Ich weiß nicht ob es Ihnen aufgefallen ist, aber der Schrifttyp der beiden Achsenbeschriftungen unterscheidet sich.

[4] Das Ergebnis verschiedener statistischer Vergleiche sollte wohl in die Abbildung integriert werden – aber es sind zu viele * und §. Auch mit einer guten Figure Legend wird der Leser eher verwirrt, als dass er etwas versteht.

[5] Völlig überflüssig ist die dreidimensionale Darstellung der Balken. Eine andere Frage lautet, ob die Balken stehen oder liegen sollten?

Fazit

Alles was nicht benötigt wird, sollte man weglassen – zusätzliche Teilstriche, obskure Symbole, 3-Dimensionalität.

Es ist ein wichtiges Prinzip des Scientific & Medical Writing, das fürs wissenschaftliche Publizieren, für Texte, Tabellen und Abbildungen gleichermaßen gilt – Verständlichkeit wird erreicht durch:

  • Einfachheit (einfache Wortwahl)
  • Struktur (logische und klare Argumentation, eindeutige Aussagen)
  • Kürze (kurze und einfache Satzkonstruktionen)

Und wenn Sie im Text auf Abbildungen oder Tabellen verweisen, dann setzen Sie die Verweise an die richtige Stelle?

By the way: Zeigen Sie generell Daten nicht nur deshalb, weil Sie sie erhoben haben, sondern fragen Sie sich immer: Ist das für die Story dieses Papers wichtig?

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