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Ordnung im Absatz – first, second, third …

Wenn Sie möchten, dass ein Absatz besonders übersichtlich wird, also so richtig klar und verständlich, dann geben Sie ihm eine innere Struktur. Und: Kündigen Sie diese Struktur zu Beginn des Absatzes an.

Wenn Sie also einen Absatz über die Limitationen einer Studie schreiben möchten, könnten Sie den Absatz so beginnen:

  • The study has three different limitations.

Der Leser weiß nun, dass genau drei Limitationen folgen. Um dem Leser nun die bestmögliche Orientierung zu bieten, sollten Sie dann die folgenden Sätze jeweils mit „erstens“, „zweitens“ und „drittens“ beginnen:

  • The study has three different limitations. The first limitation was the sample size. Although this study used… The second limitation concerns the absence of a control group… The third limitation lies in the fact that variables were exclusively… However, despite these limitations, our study provided objective measures…
    oder:
  • The study has three different limitations. First, the sample size was small. Although this study used… Second, there was no control group… Third, variables were exclusively… However, despite these limitations, our study provided objective measures…

So weiß der Leser an jeder Stelle, von wie vielen Limitationen er bereits erfahren hat und wie viele noch folgen.

Neulich erzählte mir jemand, dass man am Satzanfang firstly, secondly etc. schreiben müsse. Ich glaube nicht, dass das stimmt. Vor allem glaube ich, dass es keine Rolle spielt, da der Leser den Sinn in jedem Fall versteht, egal ob Sie das Adjektiv „first“ oder das Adverb „firstly“ benutzt – aber das nur am Rande.

Worauf man unbedingt achten sollte: Ein solches Ordnungskriterium muss natürlich konsequent angewendet werden. Auf ein „erstens“ muss also wenigstens ein „zweitens“ folgen. Ebenso würde es den Leser maximal verwirren und vermutlich auch sehr ärgern, wenn er auf ein nacktes „on the other hand“ stößt, ohne zuvor „on the one hand“ gelesen zu haben. Denn dann wird er auf der Suche nach der „one hand“ durch den bereits gelesenen Text irrlichtern, bevor er frustriert zum Ausgangspunkt zurückkehrt.

Absatzstruktur – das ist eines meiner Lieblingsthemen, weil man hier ohne großen Aufwand die Verständlichkeit seines Textes enorm verbessern kann. Entsprechend findet sich im „Paper-Protokoll“ ein extra Kapitel dazu (Inhaltsverzeichnis: Rohfassung).

2 Kommentare

  1. K. Tietz at |

    Erscheint mir nicht sinnvoll, den Leser mit der Nase drauf zu stoßen, dasseine Studie 3 Limitationen hatte!

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