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Statistik ist wichtig – aber die ‚Story‘ auch

Klar, nur die Statistik verrät uns, ob eine Behandlung tatsächlich funktioniert – ob wir einen wirklichen Effekt beobachten oder nur zufällig auftretende Variationen. Aber so wichtig die statistische Analyse auch ist – vergessen Sie nicht die Story hinter den Daten.

Die Statistik entscheidet in medizinischen Papern über die Glaubwürdigkeit der Daten: „Drug X significantly increased bone density (p < 0.05).“ Das ist eine wichtige Aussage, zweifellos, aber spannend wird sie erst, wenn wir etwas über die Stärke des Effekts erfahren: Wurde die Knochendichte um den Faktor 4.1 oder 0.9 erhöht?

Tipp: Beschreiben Sie im Text den Effekt

Die beiden folgenden Abbildungen A und B könnte man mit den Worten „The therapy significantly increased XY-response (p = 0.02)“ beschreiben – und würde dabei aber völlig vernachlässigen, dass es einmal ein starker und einmal ein schwacher Response war. In einem medizinischen Paper wird die Story hinter den Daten also nicht von der Statistik erzählt, sondern von dem Effekt. Besser ist es also, in seinem Paper eine Formulierung zu wählen, die im Kern einen Effekt beschreibt und statistische Details als Zusatzinformation beiordnet.

In einem medizinischen Paper ist die Statistik wichtig, aber die Story auch.Tipp: Präsentieren Sie die Statistik als Zusatzinformation

Die erste der drei folgenden Varianten (Figure A & B) ist mir zu vage. Ich würde die beiden spezifischen Sätze schreiben, die eine ‚Story‘ erzählen:

  • Figure A & B: The therapy significantly increased XY-response (p = 0.02).
  • Figure A: The therapy increased the response by the factor of 3.1 (p = 0.02).
  • Figure B: The therapy increased the response by only 20%, but this increase was significant with p = 0.02.

Mehr zu der Frage, wie man mit Daten eine ‚Story‘ erzählt, steht im Paper-Protokoll.

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