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Statistik ist wichtig – aber die ‚Story‘ auch

Klar, nur die Statistik in einem medizinischen Paper verrät uns, ob eine Behandlung tatsächlich funktionierte – ob wir einen wirklichen Effekt beobachten konnten oder nur zufällig auftretende Variationen. Aber so wichtig die statistische Analyse in einem medizinischen Paper auch ist – vergessen Sie nicht die Story hinter den Daten.

Die Statistik entscheidet in einem medizinischen Paper über die Glaubwürdigkeit der Daten: „Drug X significantly increased bone density (p < 0.05).“ Das ist eine wichtige Aussage, zweifellos, aber spannend wird sie erst, wenn wir in dem Paper etwas über die Stärke des Effekts erfahren: Wurde die Knochendichte um den Faktor 4.1 oder 0.9 erhöht?

Tipp [1] fürs medizinische Paper: Beschreiben Sie die Stärke des Effekts

Zusammenfassend für die beiden folgenden Abbildungen A und B eines medizinischen Papers könnte man den Effekt mit den Worten „Both therapies significantly increased XY-response (p = 0.02; Fig. A, B)“ beschreiben – und würde dabei aber völlig vernachlässigen, dass es einmal ein starker und einmal ein schwacher Response war.

In einem medizinischen Paper wird die Story hinter den Daten aber nicht allein von der Statistik erzählt, sondern von der Stärke des Effekts. Besser ist es also, in einem medizinischen Paper eine Formulierung zu wählen, die im Kern einen Effekt beschreibt und statistische Details als Zusatzinformation bereitstellt (siehe unten).

Response nach Behandlung mit Medikament X (A) oder Medikament Y (B).

Tipp [2] fürs medizinische Paper: Präsentieren Sie die Statistik als Zusatzinformation

Die erste Variante ist mir zu vage [1]. Ich würde in einem medizinischen Paper spezifische Sätze schreiben, die eine ‚Story‘ erzählen [2]:

  1. Both therapies X and Y significantly increased XY-response (p = 0.02; Fig. A, B).

    [Ein Satz für beide Abbildungen, der die Effektstärke völlig außer Acht lässt? Zu vage!]

  2. Therapy X increased the response by the factor of 3.1 (p = 0.02; Fig. A). Therapy Y increased the response by only 20%, but this increase was also significant with p = 0.02 (Fig. B).

    [Die Effektstärke steht im Fokus; Statistik ist beigeordnet bzw. gleich bedeutend]

Mehr zu der Frage, wie man mit Daten eine ‚Story‘ erzählt, steht im Paper-Protokoll.

Schreibratgeber beschreibt, wie man aus medizinischen Daten eine Story macht.

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Dr. rer. nat. Stefan Lang
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