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Parallelismus beim wissenschaftlichen Schreiben

Parallel… was bitte ist das denn? Es ist ein wichtiges Detail beim Scientific Writing: Der grammatikalische Parallelismus sorgt dafür, dass gleichartige oder ähnliche Ideen und Aussagen vom Leser auch als solche wahrgenommen und leicht verstanden werden – durch ein identisches grammatikalisches Muster.

Was ist grammatikalischer Parallelismus beim wissenschaftlichen Schreiben?

Ein Beispiel aus einer Doktorarbeit: In einer klinischen Studie wurde bei jeder der drei Untersuchungen der Gt5Hc-Wert gemessen und immer als prozentualer Wert festgehalten. Das „Konzept“ war also immer das gleiche: Gt5Hc gemessen und als Prozent ausgedrückt. Um dieses gleichartige Konzept dem Leser zu signalisieren, sollte man den grammatikalischen Parallelismus beim wissenschaftlichen Schreiben einsetzen:

Zu Studienbeginn betrug der Gt5Hc-Wert 12 %. Drei Wochen nach Studienbeginn sank der Gt5Hc-Wert auf 6 % und erforderte eine medikamentöse Behandlung mit XY. Bis zum Studienende stieg der Gt5Hc-Wert wieder auf 12 %.

Alle Formulierungen verlaufen parallel:

Verstoß gegen den grammatikalischen Parallelismus in der Aufzählung eines Papers

Was das alles soll mit dem Parallelismus, merkt man, wenn ein Text davon abweicht. Verstößt man etwa bei einer gleichartigen Aufzählung gegen den grammatikalischen Parallelismus, kommt das beim Leser des Originalartikels nicht gut an.

The inclusion criteria were as follows: (i) diagnosis of SCL confirmed by immunohistochemistry; (ii) according to the Clinical Cancer Cell Staging classification, SCL was considered infeasible for surgical resection; (iii) at least the third-order branch of the inferior pulmonary vein.

Die Schilderung im Methodenteil dieses Originalartikels ist nicht parallel: (i) Hier steht das Kriterium am Anfang; es ist kein vollständiger Satz; (ii) Hier steht am Anfang der Verweis auf die Klassifizierungsgrundlage; es ist ein vollständiger Satz (iii) Hier wird eine anatomische Struktur genannt. Es ist jedoch kein Kriterium.

The inclusion criteria were as follows: (i) diagnosis of SCL confirmed by immunohistochemistry; (ii) infeasibility for surgical resection of SCL according to the Clinical Cancer Cell Staging classification; (iii) the presence of at least the third-order branch of the inferior pulmonary vein.

Parallel: Jetzt steht das Kriterium jeweils am Anfang – diagnosis, infeasibility, presence

Verstoß gegen den grammatikalischen Parallelismus in einem kurzen Satz eines Papers

Selbst in einem noch so kurzen Satz eines Originalartikels klingt jeder Verstoß gegen den grammatikalischen Parallelismus merkwürdig:

Participants either were inpatients at the time of HIR-analysis or hospitalized due to severe infections afterwards.

Zwei Gruppen von Patienten wurden in diesem Paper zu Studienteilnehmern: Die eine Gruppe waren stationäre Patienten, die anderen wurden erst später aufgenommen? „Either were inpatients or hospitailzed?“

Participants were either inpatients at the time of HIR-analysis or patients hospitalized afterwards due to severe infections.

Die eine Gruppe waren stationäre Patienten, die anderen waren Patienten, die wegen Infektionen aufgenommen wurden – parallel.

Fazit: Parallelismus beim Scientific Writing

Es ist ein Detail beim Scientific Writing, aber jeder Verstoß gegen den grammatikalischen Parallelismus klingt falsch und unprofessionell – es lohnt sich, in seinem Paper oder auf seinem Poster darauf zu achten.

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Dr. rer. nat. Stefan Lang
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