Forschen . schreiben . publizieren – Praxisnahe Bücher zum wissenschaftlichen Schreiben

Hassobjekt ‚Wissenschaftliches Schreiben‘

Eine ungerichtete Suche nach „Wissenschaftliches Schreiben“ bei Twitter. @SteveKanonfreak schreibt: „Ich hasse wissenschaftliches Schreiben. Nichts für mich.“ @monafelicis sagt das gleiche, nur in Großbuchstaben: „Ich HASSE WISSENSCHAFTLICHES SCHREIBEN.“ Oder @Cheshirepunks: „Letztendlich hasse ich wissenschaftliches Schreiben so oder so!“ Was macht die Leute so wütend?

Studierende wissen es. Und jeder, der sich beruflich an den Universitäten herumtreibt, weiß es auch: Wissenschaftliches Schreiben wird nur an wenigen Unis vernünftig unterrichtet. Wenn dann die Studierenden ihre Bachelor-, Master– oder Doktorarbeiten schreiben wollen, wissen sie nicht, wie es geht. Meist haben sie eine leise Ahnung, wie das ganze Ding, das Manuskript, am Ende aussehen muss. Aber wie man dahin kommt?

Und so entsteht der Hass auf das wissenschaftliche Schreiben: Die Anforderungen sind hoch und die Studierenden wissen nicht, wie sie sie erfüllen sollen.

Einspruch“, werden jetzt die Professorinnen und Professoren sagen. „Wir haben doch Seminare und Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben. Was sollen wir denn noch tun?“ Richtig, Kurse gibt es – manchmal. Oft wird ein Post Doc oder Assistent verdonnert, mal eben ein Seminar zu diesem Thema durchzuführen. Die Slides seiner Präsentation sehen dann oftmals so aus:

Präsentation Kurs wissenschaftliches Schreiben

Regeln, Aufbau und ein wenig Stil – schön und gut. Aber WIE man eine gute Gliederung erstellt, WIE man sich verständlich und präzise ausdrückt und WANN man sich um die Regeln und formal requirements kümmern sollte – das erfährt man in diesen Seminaren meist nicht.

Studierende glauben fälschlicherweise, beim wissenschaftlichen Schreiben gehe es um Regeln und Gesetze.Überhaupt „Regeln“! Hier bekommen die Studierenden den Eindruck, beim wissenschaftlichen Schreiben gehe es vor allem darum, irgendwelche Regeln, Gesetze und Paragrafen zu kennen und akribisch zu befolgen – furchtbar! Die Folge: Das regelkonforme Schreiben wird priorisiert, die Verständlichkeit leidet. Und Spaß macht das dann auch nicht mehr.

Ich glaube, dass viele Professoren, wenn sie an das Schreiben denken, noch das Bild des gramgebeugten Romanciers vor sich haben, der im Kerzenschein an Formulierungen feilt, Wörter auf die Goldwaage legt und in mühevoller Kleinarbeit, Satz für Satz und Wort für Wort, dem Ende entgegen schreibt – in einem zähen und qualvollen Prozess.

Ob erfolgreiche Autoren, ganz gleich welches Genres, jemals so geschrieben haben? Tolkien hätte „Herr der Ringe“ nicht schreiben können, wenn er sich nicht zuerst einen genauen Plan erstellt und erst dann, im nächsten Schritt, seine Sätze formuliert hätte.

Und so ist das auch beim wissenschaftlichen Schreiben: Es gibt eine Sequenz bestimmter Arbeitsschritte, die man einhalten sollte: Konzept, Gliederung, Rohfassung, Überarbeitung (strukturierter Schreibprozess). Und es gibt kommunikative Strategien, die helfen, sich verständlich und präzise auszudrücken. Diese Strategien sollte man kennen.

Die Arbeitsschritte des strukturierten Schreibprozesses sowie die kommunikativen Strategien kann man auch unterrichten. Freilich erfordert dies, etwas tiefer in die Materie des Scientific Writing einzusteigen. So eben mal nebenbei lässt sich wissenschaftliches Schreiben nicht lehren.

Beim strukturierten Arbeiten klappt es auch mit dem wissenschaftlichen Schreiben.

Ist- und Soll-Zustand des wissenschaftlichen Schreibens.

Eine vernünftige Unterweisung im wissenschaftlichen Schreiben bedeutet für die Studierenden dies: Der Fokus verschiebt sich. Weg von der Frage, wie das Endprodukt ‚Manuskript‘ am Ende auszusehen hat, und hin zu der Frage: „Wie kommt man dahin?“ Letztendlich ist es wie beim Wandern: Wenn man einen Plan hat und genau weiß, in welchen Etappen man ans Ziel gelangt, läuft es sich sehr viel entspannter.

Ein wenig möchte ich zur allgemeinen Entspannung beitragen – mit, hüstel, diesen beiden Schreibratgebern, „Das Paper-Protokoll“ (ISBN Paperback: 978-3-7345-4167-4) und „Wissenschaftliche Poster“ (ISBN Paperback: 978-3-7469-2343-7).

Wissenschaftliche Poster

Link amazon

Research Paper

Link amazon

Einen Kommentar schreiben

Ich benötige diese Daten, um Ihren Kommentar bearbeiten zu können. Bitte beachten Sie meine Datenschutzerklärung.

 
Link nach oben
 
 
 

Kontakt

Dr. rer. nat. Stefan Lang
Scientific-Medical Writer

Ringstraße 7
91080 Marloffstein

Tel.: +49 (0) 9131 6103 623
info@nullforschen-schreiben-publizieren.de

Ich benötige diese Daten, um Ihre Anfrage bearbeiten zu können. Bitte beachten Sie meine Datenschutzerklärung.