Forschen . schreiben . publizieren – Praxisnahe Bücher zum wissenschaftlichen Schreiben

Wie sag ichs meinem Prof?

Wenn es an das Schreiben der Doktorarbeit geht, sollte man natürlich seine Daten und die wissenschaftlichen Zusammenhänge mit Doktorvater oder Doktormutter besprechen. In solchen Gesprächen kommt das Thema dann irgendwann auch auf so profan-praktische Aspekte wie Schreibprozess oder Schreibstil. Doch Vorsicht – nicht immer ist ein medizinischer Fachmann auch ein Fachmann fürs wissenschaftliche Schreiben. Hier eine Liste mit Tipps, die zwar gutgemeint, aber wenig hilfreich sind.

Ok, Doktorvater und Doktormutter meinen es nur gut, wenn sie Tipps zur Literaturverwaltungssoftware oder zum Schreibstil geben. Doch manchmal geben sie nur das weiter, was sie sich selbst, autodidaktisch, angeeignet und angewöhnt haben – und das ist nicht immer die effektivste Arbeitsweise.

Hier eine Liste von Tipps, die man unbedingt hinterfragen sollte.

„Literaturverwaltungssoftware – funktioniert doch nicht!“

Tatsächlich – neulich arbeitete ich mit einer Professorin zusammen, die mich allen Ernstes bat, das Literaturverzeichnis einer Publikation per Hand zu erstellen. Ihr Argument: Die Literaturverwaltungssoftware arbeite unzuverlässig und fabriziere zu viele Fehler.

Arme Doktoranden und Doktorandinnen, die ihre Ratschläge beim Zitieren vielleicht befolgen müssen. Denn das Gegenteil ist der Fall. Klar sollte man gucken, ob die Software alles richtig gemacht hat, und das Literaturverzeichnis am Ende kontrollieren. Dann stimmt auch alles. Versucht man es stattdessen per Hand, geht das 100%-ig schief.

„Die Einleitung darf nur eine Seite lang sein.“

Die Tipps von Professorinnen und Professoren für ihre Promovierenden in der MedizinVorsicht mit solchen Pauschal-Aussagen. Hier ging es um einen medizinischen Originalartikel zur Herzinsuffizienz und einer der Ko-Autoren meinte, alles, was eine Seite übersteigt, wäre für die Introduction zu lang. Ok, man sollte sich beim wissenschaftlichen Schreiben generell kurzfassen. Und manchmal genügt für die Introduction auch eine Seite.

Aber, bitte, so pauschal kann man das natürlich nicht sagen – denn es hängt ja immer noch vom Inhalt ab, von seiner Komplexität, wie viele Seiten man braucht, um alles vernünftig zu erklären.

„Wir benutzen hier die alte Rechtschreibung.“

Echt, jetzt? Wenn Doktormutter oder Doktorvater so etwas verlangt (hat mir neulich eine Workshop-Teilnehmerin erzählt), sollte man auf die aktuelle Promotionsordnung verweisen – und hart bleiben.

Denn man schreibt nicht nur für Doktorvater und Doktormutter, sondern für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem ganzen Land – und auch für potenzielle Arbeitgeber, bei denen man sich nach Abschluss der Promotion bewerben möchte.

„Der Text muss nach Wissenschaft klingen.“

So sagen das die Doktormütter und -väter zwar nicht direkt, aber viele Promovierende übernehmen in vorauseilendem Gehorsam den Schreibstil, den sie aus den Skripten und Büchern ihrer Profs kennen. Diesen Stil halten sie für „wissenschaftlich“ – ist er aber oft nicht.

Was ist der Wissenschaftsstil? Die Sprache der Wissenschaft sollte präzise, prägnant und vor allem verständlich sein. Deswegen ist gerade der Stil der alten Skripte und Lehrbücher fehl am Platz – mit den vielen Schachtelsätzen, Nominalisierungen, passiven Formulierungen, lateinischen Fremdwörtern etc. ist dieser alte Stil oft alles andere als verständlich.

Heute schreibt man anders: Leicht muss die Sprache sein, um den Leser angesichts der schweren Inhalte nicht zu überfordern.

Wo lernt man aber den modernen Schreibstil der Wissenschaft? In Schreibworkshops oder – hüstel – auch in diesen Büchern:

Schreibratgeber Doktorarbeit Medizin

Link amazon

Schreibratgeber biomedizinische Originalartikel

Link amazon

Ratgeber wissenschaftliche Poster

Link amazon

Einen Kommentar schreiben

Ich benötige diese Daten, um Ihren Kommentar bearbeiten zu können. Bitte beachten Sie meine Datenschutzerklärung.

 
Link nach oben
 
 
 

Kontakt

Dr. rer. nat. Stefan Lang
Scientific-Medical Writer

Ringstraße 7
91080 Marloffstein

Tel.: +49 (0) 9131 6103 623
info@nullforschen-schreiben-publizieren.de

Ich benötige diese Daten, um Ihre Anfrage bearbeiten zu können. Bitte beachten Sie meine Datenschutzerklärung.