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Parallelismus beim Wissenschaftlichen Schreiben

Das gilt fürs Wissenschaftliche Schreiben, also für die Doktorarbeit, das wissenschaftliche Poster oder das biomedizinische Research Paper – gleichartige Informationen sollten in identischen grammatikalischen Konstruktionen ausgedrückt werden.

Dieser Blogbeitrag geht ins Detail der Satzkonstruktionen – und dennoch erleichtert er das wissenschaftliche Formulieren. Denn wenn man mehrmals, also in separaten Sätzen, einen gleichartigen Inhalt ausdrücken will, gibt es keinen Grund, den Satzbau variieren. Stattdessen formuliert man alle Sätze nach Schema F … und spart Zeit.

Beispiel für Parallelismus aus einem Research Paper:

At the beginning of the trial, Gt5Hc-value amounted to 12%, which corresponds to an almost physiological level. At week 4 of the trial, Gt5Hc decreased to 5% and required treatment with 0.25 mg Aspirin daily. At the end of the study, Gt5Hc-value recovered to 12%.

Die Informationen dieser drei Sätze sind gleichartig, denn es geht immer um den Gt5Hc-Wert, der in jedem Satz als Prozentwert dargestellt wird. Der einzige Unterschied steht am Satzanfang: der Messzeitpunkt.

Schaut man sich diese Sätze genauer an, stellt man fest: Der Satzbau ist identisch. Jeder Satz beginnt mit einem zeitlichen Signal (beginning, week 4, end), dann folgt das Subjekt (Gt5Hc) und das Verb (amounted, decreased, recovered) und schließlich die Prozentangabe.

Die Sätze sind also parallel formuliert. Eine solche parallele Formulierung signalisiert dem Leser: Hierbei handelt es sich um ein gleichartiges Konzept.

Beispiel aus einem wissenschaftlichen Poster:

Hier wurde gegen das Prinzip des Parallelismus verstoßen – die Folge: Es liest sich irgendwie holprig.

In folgenden Situationen sollte Medikament Senkovan© abgesetzt werden:
  • Diagnose eines erhöhten Blutzuckers (HbA1c > 6,8 %)
  • entsprechend Bildgebung: Neuronen sprechen nicht an
  • D-Dimer-Bestimmung (tiefe Beinvenenthrombose)

Jeder dieser drei Bullet Points enthält zwei Informationen: den Test (HbA1c, Bildgebung, D-Dimer-Bestimmung) und den Befund (Blutzucker, Neuronen, Beinvenenthrombose). Das Problem ist, dass a) die Reihenfolge dieser Infos variiert und b) der Befund mal mit einem Hauptwort und mal mit einem Satz ausgedrückt wird.

Besser man macht das einheitlich, also parallel:

In folgenden Situationen sollte Medikament Senkovan© abgesetzt werden:

  • erhöhter Blutzucker (HbA1c > 6,8 %)

  • Nichtansprechen der Neuronen (entsprechend Bildgebung)

  • tiefe Beinvenenthrombose (erhöhte D-Dimer-Konzentration)

Fazit

Nutzt man den Parallelismus spart man nicht nur Zeit (weil man nicht mehr jeden Satz neu konstruieren muss), sondern schreibt auch eleganter.

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2 Kommentare

  1. Felix at |

    Ist der Parallelismus nicht einfach eine Wortwiederholung bzw eine Satzbauwiederholung, sollte man da nicht variieren? Zumindest habe ich das so mal gelernt.

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