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Klinische Phasen der Arzneimittelzulassung

Um zugelassen werden zu können, muss ein Medikament die klinischen Studienphasen I bis IV durchlaufen. Doch die Entwicklung und Erprobung eines Medikamentes beginnt natürlich schon viel früher.

Vor einigen Wochen habe ich in einem Blogbeitrag die medizinischen Studientypen vorgestellt: observational studies und experimental trials. Experimentellen Studien (Interventionsstudien) zur Medikamentenzulassung lassen sich in die klinischen Phasen I bis IV einteilen. Zusätzlich gibt es eine präklinische Phase und optionale Phase-0-Studien.

Präklinische Phase

In der präklinischen Forschung muss natürlich erst einmal das therapeutische Ziel identifiziert werden (target identification) – soll der Wirkstoff einen Rezeptor blockieren oder aktivieren, ein Enzym regulieren, entartete Zellen oder Erreger bekämpfen? Entsprechend wird dann ein Wirkstoff ausgewählt (compound selection) und optimiert und ausgiebig in Zellkultur und im Tierversuch getestet, um erste Daten zur Wirkung, Dosis und möglichen Toxizität zu erhalten.

Zur präklinischen Phase zählen auch die „optionalen“ Studien der „Phase-0“. Hier werden sehr geringe Dosen der Wirkstoffes an gesunden Freiwilligen getestet, um Daten zur Resorption, zum Metabolismus und zu den Abbauprodukten des Wirkstoffes zu erhalten (Pharmakokinetik).

Phase I

Auch diese Studien werden meist an gesunden Probanden durchgeführt. Ziel ist es, pharmakokinetische und pharmakodynamische Daten sowie Daten zum Sicherheitsprofil des Wirkstoffes zu erhalten. Auf der Grundlage dieser Daten wird die geeignete Darreichungsform des Medikamentes ausgewählt.

Hat ein Medikament toxische oder andere schwere Nebenwirkungen, wird es in dieser Phase nicht an gesunden Freiwilligen, sondern an Patienten getestet, für die die Studienteilnahme eine Chance sein kann.

Phase II

Hier wird das Medikament zunächst an einer kleinen Anzahl von Patienten der entsprechenden Indikation eingesetzt, um Wirksamkeit und Verträglichkeit (proof of concept: phase IIa) und/oder Dosierung (phase IIb) zu testen.

Phase III

Phase-III-Studien sind klinische Studien mit einer großen Anzahl an Patienten – Wirksamkeit und Verträglichkeit muss im großen Maßstab bestätigt werden. Dabei wird das Medikament mit einer Standardmedikation oder Placebo verglichen. Ziel der Phase-III ist die Zulassung des Medikamentes.

Phase IV

Phase-IV-Studien finden also nach der Zulassung statt (post-marketing). In der Regel sind dies Langzeit-Beobachtungsstudien (surveillance studies), um Wirksamkeit, Verträglichkeit und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten im Praxisalltag zu untersuchen. Teilnehmerzahl und Beobachtungsdauer sind sehr viel größer als in Phase-III-Studien, sodass auch sehr seltene Nebenwirkungen erfasst werden können.

Schreibratgeber für Originalartikel der klinischen Forschung.

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Die Ergebnisse jeder Studie – von der präklinischen Forschung bis zu Phase-IV-Studien – sollen natürlich in Originalartikeln (Research Paper) publiziert werden.

Bei der Durchführung der Studien helfen die Studienprotokolle und  SOP´s (Standard Operating Procedure). Beim Schreiben und Publizieren hilft das Paper-Protokoll.

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